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Schollheimtag 2023
Am 10. November war es endlich wieder soweit: Wie jedes Jahr durften wir anlässlich des Schollheimtags zahlreiche Vereinsmitglieder, die Wohnheimverwaltung und natürlich auch viele ehemalige Schollis im Saal willkommen heißen.

Am 10. Novem­ber war es end­lich wie­der soweit: Wie jedes Jahr durf­ten wir anläss­lich des Scholl­heim­tags zahl­rei­che Ver­eins­mit­glie­der, die Wohn­heims­ver­wal­tung und natür­lich auch vie­le ehe­ma­li­ge Schol­lis im Dr. Hans-Jochen Vogel Saal will­kom­men hei­ßen. Alle freu­ten sich auf ein span­nen­des Pro­gramm und einen regen Aus­tausch, denn die­se tra­di­ti­ons­rei­che Ver­an­stal­tung des Wohn­heims bie­tet eine tol­le Mög­lich­keit, sich aus­zu­tau­schen und zu vernetzen.

Nach der Eröff­nung des Scholl­heim­tags durch unse­re Heimrät:innen Han­nah und Cui­chi und die Begrü­ßung durch den Vor­stands­vor­sit­zen­den Prof. Peter von Rüden, stimm­ten unse­re musi­ka­li­schen Schol­lis mit einem Kla­vier­stück und „Let it be“ der Beat­les musi­ka­lisch in den Abend ein.

Her­mann Vinke
Unse­re musi­ka­li­schen Schollis

Im Zen­trum des abwechs­lungs­rei­chen Pro­gramms stand der Vor­trag „Schwes­tern im Geis­te – Cato Bont­jes van Beek – wie Sophie Scholl ein Vor­bild für heu­te“ von Her­mann Vin­ke, der als poli­ti­scher Jour­na­list und Autor des Buchs „Das kur­ze Leben der Sophie Scholl“ welt­be­kannt ist. In sei­nem Vor­trag zeig­te er die vie­len Par­al­le­len zwi­schen Sophie Scholl, der Namens­ge­be­rin unse­res Hau­ses, und der beson­ders in Süd­deutsch­land kaum bekann­ten Wider­stands­kämp­fe­rin Cato Bont­jes van Beek auf. Bei­de Frau­en schlos­sen sich Wider­stands­grup­pen gegen das NS-Regime an: Sophie Scholl der „Wei­ßen Rose“ in Mün­chen, Cato Bont­jes van Beek der „Roten Kapel­le“ in Ber­lin. Bei­de betei­lig­ten sich an der Her­stel­lung und dem Ver­tei­len von Flug­blät­tern, hal­fen ver­folg­ten Jüd:innen und wur­den ange­klagt, zum Tode ver­ur­teilt und hingerichtet.

Wäh­rend Sophie Scholl am 18. Febru­ar 1943 von der Gesta­po ver­haf­tet und weni­ge Tage spä­ter am 22. Febru­ar 1943 zum Tode ver­ur­teilt und hin­ge­rich­tet wur­de, wur­de Cato – nach­dem die Rote Kapel­le von der Gesta­po infil­triert wor­den war – bereits am 20. Sep­tem­ber 1942 ver­haf­tet und ver­brach­te die lan­gen Mona­te bis zu ihrer Hin­rich­tung am 5. August 1943 in drei ver­schie­de­nen Ber­li­ner Gefäng­nis­sen. Bei­de Frau­en zeig­ten eine bemer­kens­wer­te Hal­tung wäh­rend ihres Ver­hörs und der Gerichts­ver­hand­lun­gen. Weder Sophie Scholl noch Cato Bont­jes van Beek zeig­ten Reue für ihre Hand­lun­gen und blie­ben bis zu ihrer Hin­rich­tung standhaft.

Sophie Scholl
Cato Bont­jes van Beek

Doch Her­mann Vin­kes Vor­trag han­del­te nicht nur von bedeu­ten­den Geschich­ten aus der Ver­gan­gen­heit, son­dern zog auch den direk­ten Bogen zur Gegen­wart. Laut Vin­ke ste­he die par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie vor ihrer größ­ten Her­aus­for­de­rung seit Ende des 2. Welt­krie­ges mit Pro­ble­men wie der Bil­dungs­mi­se­re, der unzu­rei­chen­den Inte­gra­ti­on von Migrant:innen, der Gefahr von Miss­brauch des Inter­nets und nicht zuletzt der Kli­ma­kri­se. Zugleich appel­lier­te er an alle, das Ver­mächt­nis der gestor­be­nen Widerstandskämpfer:innen im Drit­ten Reich als Vor­bild zu sehen und als Ver­pflich­tung, alles zur Wah­rung der Demo­kra­tie, der Frei­heit, und des Frie­dens zu tun! 

Nach einem wei­te­ren Musik­stück von Dani­el und Joa­chim folg­te ein Bericht der Tutor:innen über die aktu­el­len Aktio­nen im Wohn­heim wie die Poli­tik-Talks anläss­lich der Wah­len im Sep­tem­ber, das Neueinzügler:innen-Grillen, das Scholl­ober­fest und die Fahrt nach Bra­tis­la­va am ver­gan­ge­nen Wochenende.

Als Höhe­punkt wur­de schließ­lich das heiß ersehn­te „Buf­fet der Natio­nen“ eröff­net, für das sich die Bewoh­ner­schaft in den Küchen schon den gan­zen Tag kräf­tig ins Zeug gelegt hat­te. Bei gesel­li­gem Bei­sam­men­sein wur­den alte Geschich­ten erzählt und neue Kon­tak­te geknüpft.

Satt und zufrie­den wur­de die Ver­an­stal­tung schließ­lich hin­un­ter in die Bar ver­legt, wo der H1L3 nach dem Mot­to „Scholl­heim Alaaf“ noch kräf­tig für Stim­mung sorgte.

Der gefüll­te Saal
Vor­trag der Tutor:innen
Buf­fet der Nationen

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