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Prof. Dr. Peter von Rüden als Vorsitzender – eine Würdigung
Prof. Dr. Peter von Rüden hat als Vorsitzender des Studentenwohnheims Geschwister Scholl e.V. die Politik wieder ins Schollheim gebracht. In den politisch heißen 1960er Jahren hat er selbst im Schollheim gewohnt und war Tutor. Er weiß, wovon er spricht, wenn er im Schollheim vom Schollheim spricht.

Peter von Rüden war sowohl als Vor­stands­mit­glied als auch die ver­gan­ge­nen vier Jah­re als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Stu­den­ten­wohn­heim Geschwis­ter Scholl e.V. ein enga­gier­ter Mit­strei­ter für die Ideen der Geschwis­ter Scholl. Nun, mit fast 80 Jah­ren, ist er der Mei­nung, es sei Zeit, Jüngeren die Geschi­cke im Scholl­heim in die Hand zu geben.

Peter von Rüden hat für den Ver­ein die Poli­tik wie­der ins Scholl­heim gebracht. Unermüdlich in sei­nen Aktio­nen, würde aber eine rei­ne Aufzählung sei­ner Tätigkeiten wie z. B. Neu­bau Haus 3, Sanie­rung Haus 1 und Haus 2, eine Viel­zahl von poli­ti­schen Dis­kus­si­ons- und Gedenk­ver­an­stal­tun­gen, unter ande­rem mit Chris­ti­an Ude, Her­mann Vin­ke und Joa­chim Wag­ner, Gedenk-Ecke und His­to­ri­scher Zeit­strahl, sei­nen Leis­tun­gen nicht gerecht. So neh­me ich zwei Bei­spie­le her­aus, die viel­leicht nicht ganz so stark nach außen auf­schei­nen, die aber den­noch emi­nent wich­tig für den Ver­ein sind: die His­to­ri­schen Akten und die Kooperationen.

Als His­to­ri­ker und Medi­en­wis­sen­schaft­ler ist es ihm per se ein gro­ßes Anlie­gen gewe­sen, die Viel­zahl der vor­han­de­nen Akten zu son­die­ren, zu sor­tie­ren und zu klas­si­fi­zie­ren. Ergänzt durch Gespräche, unter ande­rem mit Dr. Hans-Jochen Vogel, der ja der ers­te Geschäftsführer des Scholl­heims und damit einer der wich­tigs­ten noch leben­den Zeit­zeu­gen war, hat Peter von Rüden fast den gesam­ten Bestand gesich­tet. Mitt­ler­wei­le sind die wert­vol­len Doku­men­te dem Münchner Stadt­ar­chiv übergeben worden.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist es ihm gelun­gen, bestehen­de Koope­ra­tio­nen zu erneu­ern oder neu zu schlie­ßen. So wur­de zum Bei­spiel die Koope­ra­ti­on mit der „Wei­ßen Rose Stif­tung e.V.“ erneu­ert und gemein­sa­me Ver­an­stal­tung­en mit dem Ver­ein „Gegen Ver­ges­sen Für Demo­kra­tie e.V.“ durchgeführt. Dabei sind es immer Persönlichkeiten, die eine Koope­ra­ti­on leben­dig und tragfähig machen. In die­sen bei­den Fällen Dr. Hil­de­gard Kro­na­wit­ter und Ilse Macek.

Ger­ne begann er Vorträge mit „Begin­nen wir mit den Fak­ten“, um dann ein emo­tio­na­les und rühriges Bild vom Verständnis des The­mas, das er gera­de behan­del­te, mit­un­ter auch in streit­bar dis­ku­ta­blen Ausführungen dar­zu­le­gen. Sei­ne Vorträge ende­ten jedoch immer versöhnlich und mit einem mensch­li­chen, gut­mei­nen­den Wunsch und einer Nach­denk­lich­keit, die selbst zum Nach­den­ken anregt, wie zum Bei­spiel am 14.01.2020 zum 60-jährigen Jubiläum und gleich­zei­ti­ger Eröffnung des Erwei­te­rungs­baus Haus 3 des Scholl­heims im Dr. Hans-Jochen Vogel Saal:

„Es liegt aus­schließ­lich in unse­rer Ver­ant­wor­tung, dass unser Stu­den­ten­wohn­heim ein Ort der poli­ti­schen Bil­dung, des sozia­len Ler­nens, der Einübung von Tole­ranz und der Ver­tei­di­gung der Men­schen­rech­te bleibt, damit wir, wenn es dar­auf ankommt, uns gegen Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus ent­schie­den weh­ren. Das ist mein Wunsch für die Zukunft des Stu­den­ten­wohn­heims Geschwis­ter Scholl.“

So sei es.

 

Text geschrie­ben von: Dr. Wer­ner Ortinger

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